Herstellung und Tradition des Rosé-Champagners

Vor zwei Jahrzenten betrug der Anteil des Rosé-Champagners an der Gesamtproduktion von Champagner noch keine drei Prozent und es gab Betriebe, die keinen Rosé in ihrem Sortiment hatten. Selbst berühmte Namen wie Krug, begannen erst in den 80er- Jahren einen Rosé Brut zu vermarkten.

Anfangs sah man den Rosé als Luxusprodukt, da er nur in geringen Mengen produziert wurde. Mit wachsender Nachfrage wurden die Paletten auch in Richtung Rosé erweitert. In den letzten zwei Jahrzenten ist Bewegung in den Rosé-Champagner-Markt gekommen.

Herstellung des Rosés

Der Rosé-Champagner wird grundsätzlich nicht anders als die weißen Vertreter hergestellt. Zu seiner Farbe kommt der Rosé-Champagner durch drei Verfahren. Die gebräuchlichste Methode ist der Verschnitt von weißen Grundweinen mit roten Stillweinen der Region aus Pinot Noir oder Pinot Meunier. Der Rotweinanteil kann von fünf bis zu 20 Prozent ausmachen, je nach Intensität der angestrebten Farbe. Man schätzt, dass rund drei Viertel aller Rosé-Champagner heute so hergestellt werden.

Unter „Saignée“ versteht man die Verwendung von frei ablaufenden Mosten, wenn rote Trauben frisch gepresst werden. Dieser Seihmost ergibt klarweise die hellsten Grundweine und gibt dem Endprodukt ein zartes Lachsrosa.

Die dritte Möglichkeit wäre, dass man die Trauben vor dem Abpressen eine kurze Zeit mazerieren lässt, um etwas mehr Farbe aus den Beerenhäuten auszulösen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen in der Produktion erklären auch die große Farbpalette von einem feinen Lachrosa-Schimmer bis hin zu pinkvioletten Nuancen.

Rosé hat lange Tradition

Im Jahr 1804 kreierte Veuve Clicquot bewusst den ersten Rosé-Champagner. Bis zu dieser Zeit waren alle Champagner Hefe trüb, denn das Verfahren mit dem man den Champagner von den Rückständen der zweiten Gärung trennt, wurde ebenfalls bei Clicquot-Ponsardin 1806 erdacht. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte pinkfarbiger Champagner eine erste Blüte, eine zweite in einer etwas helleren Variante.

In der Gastronomie kommt der Rosé inzwischen auch verstärkt als versatiler Speisenbegleiter und nicht nur als eleganter Aperitif zum Einsatz.